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Charles Apothéloz-Stiftung

INHALTSVERZEICHNIS

 

Vorwort

 

FREISCHAFFENDE KÜNSTLER IN DER SCHWEIZ

Freischaffend oder selbständig erwerbend?

Leben im Alter

 

DIE VORSORGE IN DER SCHWEIZ

Das 3-Säulen-Prinzip

Zahlen zum 3-Säulen-Prinzip

Die berufliche Vorsorge

        Alter, Tod, Invalidität

        Risiko- und Sparbeiträge

 

CAST-VORSORGE FÜR FREISCHAFFENDE

Beitragspflicht

Pläne

        Singleplan (Plan SFS)

        Familienplan (Plan SFF)

Leistungen

        Altersrente

        Kapitalbezug

        Risikoleistungen

Finanzierung

Modalitäten für Arbeitnehmer

        Anmeldung

        Mutationen

        Beitragszahlungen

        Vorsorgeausweis

        Steuern

        Austritt

        Sistierung

        Stiftung Auffangeinrichtung BVG

        Zentralstelle 2. Säule

Modalitäten für Arbeitgeberinnen

 

CAST-VORSORGE FÜR FESTANGESTELLTE

Pläne

        BVG-Minimum-Plan

        Überobligatorische Versicherung

        Mischformen

Leistungen

        Alter

        Invalidität

        Todesfall

Finanzierung

Modalitäten für Arbeitnehmer

        Anmeldung

        Freizügigkeitsleistung

        Beiträge

        Austritt

Modalitäten für Arbeitgeberinnen

        Anmeldung

        Mutationen

        Austritte

        Beitragszahlungen

 

ERGÄNZUNGEN

Obligatorium und versicherter Lohn

Einkauf

Berufliche Vorsorge bei Arbeitslosigkeit

Eingetragene Partnerschaft und Konkubinat

Vorzeitiger Bezug des Altersguthabens

        Frühpensionierung

        Vorzeitiger Bezug

Wohneigentum

        Bezug

        Verpfändung

 

KONTAKT und IMPRESSUM

 

 

VORWORT

Theaterschaffende arbeiten immer seltener in festen Engagements. Unregelmässige Arbeitszeiten, wenig gesicherte Anstellungs- und Einkommensverhältnisse sowie ein laufend sich veränderndes soziales Umfeld prägen ihr Leben. Neue Produktionsformen mit wechselnden Ensembles sind häufiger geworden. Die Gesetzgebung im Sozialversicherungsbereich hingegen geht von festen Anstellungen aus. Die Arbeitsverhältnisse im Kulturbereich mit ständig neuen Arbeitgeberinnen* entsprechen nicht dieser Norm. So fallen die freien Theaterschaffenden durch die Maschen des Sozialversicherungsnetzes. Plötzlich durch Krankheit aus dem Beruf herausgerissen, im Todesfall den Hinterbliebenen nichts hinterlassen zu können oder im Alter neben einer bescheidenen AHV-Rente fast ganz ohne Einkommen dazustehen, sind jedoch Zukunftsszenarien, denen niemand gerne begegnen möchte.

 

Nach Einführung des Obligatoriums für die berufliche Vorsorge (Pensionskasse) gründete der Schweizerische Bühnenkünstlerverband 1984 die Charles Apothéloz-Stiftung (CAST). Mittlerweile sind ihr auch der Berufsverband der freien Theaterschaffenden (ACT), der Schweizerische Musikerverband (SMV), die Vereinigung KünstlerInnen - Theater - VeranstalterInnen (ktv), action swiss music sowie visarte, berufsverband visuelle künstler, schweiz, beigetreten. Vor allem freiberuflich Tätigen wird die Möglichkeit geboten, sich bei der CAST für das Alter und gegen die Risiken Invalidität und Tod abzusichern. Auch Theaterbetriebe mit Festangestellten können sich dieser Vorsorgeeinrichtung anschliessen.

 

Benannt wurde die Stiftung nach dem bekannten Westschweizer Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter und Jurist Charles Apothéloz (1922-1982), der seit den 40er Jahren zu den führenden Köpfen der freien Theaterszene der Schweiz gehörte und sich immer für eine Verbesserung der sozialen Absicherung von Künstlern stark gemacht hatte.

 

Die im Register für berufliche Vorsorge eingetragene Stiftung wird vom Bundesamt für Sozialversicherung BSV beaufsichtigt und ist bei der AXA Winterthur versichert, d.h. sie hat sowohl ihre Risiken rückversichert (Invalidität, Todesfallleistungen), als auch die Anlage der Alterskapitalien einer Versicherungsgesellschaft überlassen. Die CAST kann so jederzeit Gewähr bieten, dass in einem Risikofall versicherte Leistungen und Alterskapitalien garantiert sind.

 

Für Theaterschaffende, die mehr über ihre Möglichkeiten einer finanziellen Absicherung gewisser sozialer Risiken erfahren und sich so besser für die Zukunft rüsten wollen sowie für Arbeitgeberinnen, die im Umgang mit ihren Sozialleistungspflichten eine Wegleitung benutzen möchten, ist diese Broschüre entstanden.

 

* Die gewählte Geschlechtsform gilt immer auch für das andere Geschlecht.

 

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FREISCHAFFENDE KÜNSTLER IN DER SCHWEIZ

Freischaffend oder selbstständig erwerbend?

Diese Begriffe sorgen immer wieder für Verwirrung. Sie sind nicht gleichbedeutend! Im üblichen Sprachgebrauch ist jemand «freischaffend», wenn er keine feste Anstellung hat, also bei verschiedenen Arbeit- oder Auftraggeberinnen beschäftigt ist oder selber etwas herstellt und es dann auf dem Markt anbietet. Der Begriff «freischaffend» existiert aber in der Gesetzgebung nicht. Unterschieden wird lediglich zwischen unselbstständiger oder selbstständiger Erwerbstätigkeit. Die Gesetzgebung im Sozialversicherungsbereich (AHV, BVG, UVG) umschreibt sehr restriktiv, wer als selbstständig erwerbend gilt.

 

Ein Freischaffender hat mehrere verschiedene Engagements, diese sind aber laut Gesetzgebung in der Regel Arbeitnehmerverhältnisse. Dabei kommt es nicht darauf an, wie man den Vertrag bezeichnet oder wie abgerechnet wird, sondern ob, gemäss den Definitionen in den einschlägigen Gesetzen, ein Arbeitsverhältnis vorliegt. Für unselbstständig Erwerbende ist die Arbeitgeberin verpflichtet, die gesetzlich vorgeschriebenen Sozialabgaben AHV, IV, ALV, FAK, EO, BU, NBU und, wenn der aufs Jahr hochgerechnete Lohn des Arbeitnehmers mindestens CHF 19 890.- (Stand 2007) beträgt, auch das BVG abzurechnen.

 

Als selbstständig erwerbend gilt nur, wer:

  • selber ein unternehmerisches Risiko trägt und von der Auftraggeberin nicht wirtschaftlich abhängig ist (also nicht den überwiegenden Teil seines Einkommens bei dieser Auftraggeberin erzielt) und
  • arbeitsorganisatorisch nicht weisungsgebunden ist, also so und dann arbeitet, wie und wann er will, und
  • für seine (zeitlich und inhaltlich festgelegte) Tätigkeit ein Honorar erhält.

 

Alle anderen arbeitsvertraglichen Verhältnisse gelten als unselbstständig.

 

Um als selbstständig Erwerbender abrechnen zu können, bedarf es auf jeden Fall einer Bestätigung durch die zuständige AHV-Zweigstelle. Aber auch mit dieser Bescheinigung können nur diejenigen Tätigkeiten als selbstständig erwerbend abgerechnet werden, die den genannten Kriterien entsprechen.

Beispiele für Selbstständigerwerbende gibt es eigentlich wenige. Einzig dort, wo jemand selber produziert und Mitarbeiterinnen anstellt und seine Produktion gegenüber Veranstaltern anbietet, kann von selbstständigem Erwerb gesprochen werden. In dem Fall allerdings ist der Produzierende gegenüber seinen Mitarbeitern Arbeitgeber und muss für diese die gesetzlichen Sozialabgaben abrechnen. Nur dort, wo sich die Beteiligten als einfache Gesellschaft zusammentun und Gewinn und Verlust teilen, gelten sie als selbstständig Erwerbende. Zudem liegt eine selbstständige Erwerbstätigkeit vor, wenn z.B. eine Bühnenbildnerin eine eigene Werkstatt besitzt und einem Theater mittels Offerte eine Leistung anbietet, die sie dann aufgrund dieser Offerte ausführt und in Rechnung stellt. In den allermeisten anderen Fällen liegt also eine unselbstständige Erwerbstätigkeit vor.

 

Susan B. hat beschlossen, eine Tanzcompagnie zu gründen, um eigene Choreografien zu realisieren. Da sie ihre Tanzabende selber und auf eigenes Risiko produziert, kann sie die AHV als selbstständig Erwerbende abrechnen und sich freiwillig bei der CAST versichern. Susan B. mag die Abwechslung, deshalb werden Tänzer und Tänzerinnen für jede Produktion neu unter Vertrag genommen und Susan B. bezahlt als Arbeitgeberin die gesetzlichen Sozialleistungen. Oft entwirft die mit ihr befreundete Designerin Masha C. die Kostüme. Masha C. tut dies im Auftragsverhältnis und stellt entsprechend Rechnung. Sie rechnet die Sozialversicherungsbeiträge, die vollumfänglich zu ihren Lasten gehen, selber ab.

 

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Leben im Alter

Wer macht sich schon gerne Gedanken übers Älterwerden, schlimmer noch, über Invalidität oder den Tod?

Gleichwohl – es lohnt sich. Und die Rechnung ist einfach. Nicht einmal die AHV-Maximalrente von monatlich CHF 2 210.- (Stand 2007) entspricht dem behördlich festgelegten Existenzminimum, geschweige denn die Minimalrente von zur Zeit CHF 1 105.-. Wer damit nicht zurechtkommt und über kein Vermögen verfügt, hat zwar Anspruch auf Ergänzungsleistungen, aber auch damit lassen sich nur die allernotwendigsten Lebenskosten decken. Wer sich im Alter darüber hinaus etwas gönnen will, ist auf eine zusätzliche Vorsorge angewiesen. Diese legt er sich am besten, im Verlauf seines Arbeitslebens, durch eine Pensionskasse an.

 

Das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) schreibt zwingend vor, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Einkommen CHF 19 890.- pro Jahr (Stand 2007) überschreitet und die mindestens drei Monate lang bei derselben Arbeitgeberin angestellt sind, über die Arbeitgeberin Beiträge an eine berufliche Vorsorge zu entrichten haben. Die Hälfte davon muss die Arbeitgeberin übernehmen. Hat ein Arbeitnehmer mehrere Arbeitgeberinnen gleichzeitig und kommt er nur so auf das minimale Einkommen, muss er sich freiwillig versichern. Ansonsten gehen diese Beiträge verloren.

 

Hans Ulrich D. arbeitete letztes Jahr zwei Monate in einer Theaterproduktion und verdiente CHF 10 000.–. Daneben spielte er eine kleine Rolle in einem Film; für die beiden Drehtage erhielt er CHF 2 500.–. Die Rolle in einem Radiohörspiel trug ihm CHF 1 500.– ein. Und schliesslich wurde Hans Ulrich D. bei einer Theatergruppe für ein experimentelles Stück verpflichtet; der Vertrag dauert 2.5 Monate, die Gage betrug CHF 7 000.–.

Hans Ulrich D. war bei keiner Arbeitgeberin länger als drei Monate engagiert. Die Arbeitgeberinnen sind also nicht verpflichtet, ihn obligatorisch bei einer Pensionskasse zu versichern, obwohl er insgesamt CHF 21 000.– verdient hat. Wenn sich Hans Ulrich D. freiwillig einer Pensionskasse anschliesst und seine Arbeitgeberinnen zukünftig bei Vertragsabschluss darüber informiert, so ist jede einzelne Arbeitgeberin verpflichtet, für den bei ihr erzielten Lohn BVG-Beiträge zu bezahlen (egal, wie lange das Arbeitsverhältnis gedauert hat). Die Pensionskasse kann für den Versicherten das Inkasso übernehmen.

 

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DIE VORSORGE IN DER SCHWEIZ

Das Drei-Säulen-Prinzip

Im Alter, aber auch nach einem Todesfall oder bei einer Invalidität sind genügend finanzielle Mittel eine wichtige Voraussetzung, damit jemand das Leben weiterhin gut meistern kann. Um diese drei Risiken abzusichern, wurde in der Schweiz ein Drei-Säulen-Konzept eingerichtet. Die erste Säule umfasst die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und die Invaliditätsversicherung (IV) sowie die Ergänzungsleistungen. Die zweite Säule, die so genannte berufliche Vorsorge, wird von den Pensionskassen gebildet. Auch hier sind sowohl Altersleistungen wie auch Leistungen bei Invalidität und Todesfall versichert. Was jemand zusätzlich selbst spart oder über Privatversicherungen abdeckt, bildet die dritte Säule.

 

 

Von der Idee her bieten AHV/IV, berufliche und private Vorsorge einen umfassenden Versicherungsschutz. Doch lange nicht alle in der Schweiz arbeitenden Personen können so komfortabel auf drei Säulen ruhen. Personen, die den Haushalt führen, selbstständig erwerbend sind oder früh invalid werden, haben, wenn sie sich nicht freiwillig versichern, nur die AHV/IV und allfällige Ergänzungsleistungen zur Verfügung. Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit tiefen Einkommen sind nicht oder nur minimal in einer Pensionskasse versichert; für eine dritte Säule reicht es ohnehin nicht. So bleibt das Dreisäulenprinzip für viele blosse Theorie.

 

Berufe mit häufig wechselnden Arbeitgeberinnen, wie sie im künstlerischen Bereich oft vorkommen, sind nicht dem BVG-Obligatorium unterstellt. Es lohnt sich aber unbedingt, frühzeitig sein Einkommen freiwillig bei der zweiten Säule abzurechnen. Mit fünfzig ist es meist zu spät und man steht nach der Pensionierung mit der minimalen AHV-Rente da, die das Existenzminimum nicht abdeckt.

 

Theo A. lebt, seit er 65 geworden ist, von der AHV. Der ehemalige Sänger hat als Freischaffender nie hohe Jahreseinkommen erzielt. Er erhält von der AHV nur gerade die gesetzliche Jahres-Minimalrente von CHF 13 260.-, obwohl er alle Beitragsjahre erfüllt hat. Theo A. stellt einen Antrag auf Ergänzungsleistungen. Da seine jüngere Frau jedoch noch erwerbstätig ist, wird bei der Berechnung des Anspruchs von Theo A. auch der Lohn seiner Frau angerechnet. Theo A. erhält keine Ergänzungsleistungen.

Da Theo A. nie längere Zeit bei der gleichen Arbeitgeberin gewesen ist und darum auch nie in eine Pensionskasse einbezahlt hat, erhält er keine Rente der 2. Säule. Hätte er sich freiwillig bei einer Pensionskasse wie der CAST versichert, so wäre er heute von seiner Frau finanziell unabhängiger.

 

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Zahlen zum Drei-Säulen-Prinzip

1. Säule

Eine volle AHV-Rente erhält, wer keine Beitragslücken aufweist, also während der gesamten Beschäftigungsdauer in die AHV einbezahlt hat. Die Höhe der Rente ist zudem abhängig vom durchschnittlichen Verdienst in der gesamten Beschäftigungszeit. Die volle AHV-Rente beträgt maximal CHF 2 210.- und minimal CHF 1 105.- (Stand 2007). Bei fehlenden Beitragsjahren fällt die Rente tiefer aus.

Von den Beitragsjahren hängt ab, in welche Rentenskala man kommt. Vom durchschnittlichen Einkommen hängt ab, wie hoch die Rente innerhalb dieser Rentenskala ausfällt. Wer also ab dem Kalenderjahr, in dem er das 21. Altersjahr erreicht hat, stets die Beitragspflicht erfüllt hat, kommt in die höchste Rentenskala und erhält eine Vollrente. Wenn im Laufe der gesamten Erwerbstätigkeit ein jährliches Durchschnittseinkommen von mindestens CHF 79 560.- erzielt wurde, gibt es eine maximale Rente von CHF 2 210.- (Stand 2007).

Fehlende Beitragsjahre können noch bis zu fünf Jahre später nachbezahlt werden; es empfiehlt sich, von Zeit zu Zeit den individuellen Kontoauszug zu kontrollieren. AHV-Rentenalter: Männer werden mit 65, Frauen mit 64 Jahren pensioniert (Stand 2007).

 

2. Säule

Obligatorisch versichert ist erst, wer ein Jahreseinkommen von über CHF 19 890.- (Stand 2007) erzielt und mehr als drei Monate bei einem Arbeitgeber angestellt ist. Beiträge an die Pensionskasse sind steuerlich privilegiert.

Man kann sich gemäss Art. 46 BVG auch freiwillig einer Pensions-kasse anschliessen.

Das Pensionsalter ist wie bei der AHV 64 resp. 65 Jahre.

 

3. Säule

Eine dritte Säule kann man sich über Bank- oder Versicherungslösungen aufbauen. Beiträge an diese private gebundene Vorsorge sind – ebenso wie Beiträge an die Pensionskasse – steuerlich privilegiert: Erwerbstätige, die schon eine Pensionskasse haben, können jährlich bis zu CHF 6 365.– (Stand 2007) von den Steuern abziehen, Selbstständigerwerbende bis zu 20% ihres steuerbaren Einkommens, maximal aber CHF 31 824.– pro Jahr.

 

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Die berufliche Vorsorge

Alter

Von Gesetzes wegen sind Frauen ab 64 und Männer ab 65 Jahren rentenberechtigt. Die Festsetzung dieser Altersgrenze ist immer wieder Diskussionen unterworfen. Zur Zeit richten die Pensionskassen ab diesem Alter Renten aus oder zahlen auf Wunsch das ganze angesparte Guthaben aus. Auch ein Bezug teils als Kapital, teils als Rente ist möglich. Auf Begehren der Betroffenen kann eine Altersrente auch bereits früher ausgerichtet werden. Allerdings werden die Renten dann kleiner.

 

Tod

Der Tod eines Ehepartners oder eines Elternteils stellt die Hinterbliebenen häufig vor grosse finanzielle Probleme. Deshalb decken die Pensionskassen auch das Risiko Tod ab und erbringen Leistungen für die Witwe und den Witwer (oder für eingetragene Partner gemäss Partnerschaftsgesetz) und die Waisen. Bei vielen Vorsorgeeinrichtungen haben auch Konkubinatspartner Anspruch auf Leistungen.

 

Invalidität

Erwerbsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen führt zu grossen finanziellen Einbussen. Die Renten der IV allein reichen da nirgends hin. Vor allem wenn die Invalidität auf eine Krankheit zurückgeht, oder bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die zeitweise nicht angestellt sind, ist eine zusätzliche Absicherung über die berufliche Vorsorge wichtig.

Im Invaliditätsbereich ist die berufliche Vorsorge eng mit der IV verknüpft. Wird jemand invalid, klären die IV-Stellen das Ausmass der gesundheitlichen Einschränkung ab und legen den so genannten Invaliditätsgrad fest. Von diesem ausgehend werden die Renten berechnet. An die Entscheide der IV ist in der Regel auch die Pensionskasse gebunden.

  

Risiko- und Sparbeiträge

Die Beiträge, die in die Pensionskasse einbezahlt werden, gliedern sich in Risikobeiträge und Sparbeiträge (Altersgutschriften). Die Risikobeiträge decken die versicherten Risiken Tod und Invalidität. Diese Beiträge werden nicht zurückerstattet, auch wenn der Versicherte keinen «Schaden» erlitten hat. Die Altersgutschriften werden von der Pensionskasse verzinst und bilden bei der Pensionierung die Grundlage für die Altersrente (Beitragsprimat). Es gibt auch Pensionskassen, bei denen sich die Altersleistungen nach dem (in der Regel zuletzt) versicherten Lohn richten (Leistungsprimat).

 

 

 

 

 

Zahlen am Beispiel der Versicherung einer freischaffenden Schauspielerin bei der CAST: Jahreslohn CHF 30 000, Beiträge insgesamt 12%, davon für Risiko 4.2% (Frauen).

 

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CAST-VORSORGE FÜR FREISCHAFFENDE

Freischaffende Künstlerinnen und Künstler haben jeweils mehrere verschiedene, meist kurzfristige Engagements. Diese einzelnen Engagements üben sie als unselbstständig Erwerbstätige (Arbeitnehmer) aus, das heisst, die verschiedenen Arbeitgeberinnen müssen AHV-Beiträge abrechnen. Nur bei solchen Arbeitsverhältnissen besteht unter Umständen auch die Pflicht, BVG-Beiträge zu bezahlen (vgl. nachfolgend). Bei Selbstständigerwerbenden gibt es keine Arbeitgeberinnen, die abrechnen müssen: Selbstständigerwerbende zahlen AHV und alle weiteren Versicherungen selber!

 

Viele Freischaffende sind teilweise auch selbstständigerwerbend (z.B. im Nebenerwerb). Oder es kommt auf die jeweilige Tätigkeit an, ob sie angestellt werden (unselbstständig) oder als Selbstständige beschäftigt werden. Bei der CAST kann ein Theaterschaffender seinen gesamten Jahreslohn versichern, ob dieser nun aus selbstständiger oder unselbstständiger Tätigkeit stammt. Für den Lohn aus selbstständigem Erwerb muss er die Beiträge aber allein bezahlen.

 

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Beitragspflicht

Eine Arbeitgeberin ist nur dann gesetzlich verpflichtet, einen bei ihr angestellten Künstler obligatorisch bei einer Pensionskasse anzumelden, wenn folgende Voraussetzungen beide erfüllt sind:

·          Das Arbeitsverhältnis wurde für mindestens drei Monate abgeschlossen (Art. 1f Abs. 1 lit. b BVV 2).

·          Der aufs Jahr hochgerechnete Lohn beträgt mindestens CHF 19 890.– (Art. 2 Abs. 1 BVG, Stand 2007).

Wenn aber ein Versicherter sich selber (freiwillig, Art. 46ff. BVG) bei einer Pensionskasse angeschlossen hat, so ist die Arbeitgeberin verpflichtet, sich für den bei ihr erzielten Lohn an den BVG-Beiträgen zu beteiligen, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

·            Der Arbeitnehmer hat die Arbeitgeberin rechtzeitig (also vor Vertragsabschluss) über seine Versicherung informiert, sonst besteht KEINE Verpflichtung der Arbeitgeberin!

·            Der Arbeitnehmer verdient insgesamt (d.h. mit allen verschiedenen Engagements zusammen) im betreffenden Jahr mehr als den BVG-Mindestlohn von CHF 19 890.- (Stand 2007). Die Arbeitgeberin kann Ende des Jahres eine Bestätigung verlangen, bevor sie den Beitrag bezahlt.

Die Voraussetzung eines mindestens dreimonatigen Arbeitsverhältnisses besteht jedoch im Fall der freiwilligen Versicherung nicht.

 

Edgar L. war fünf Jahre im Festengagement eines städtischen Theaters. Die neue künstlerische Direktion hat seinen Vertrag nicht übernommen. Er will aber in der Stadt wohnen bleiben und frei arbeiten. Erste Angebote für einige Drehtage und Hörspielaufnahmen hat er bereits. Er versichert sich freiwillig bei der CAST und die Pensionskasse des Theaters überweist sein bisher gespartes Kapital (Freizügigkeitsleistung) an die CAST. Edgar L. wird seine zukünftigen Arbeitgeberinnen im Voraus über seine Versicherung bei der CAST informieren.

 

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Pläne

Freischaffende sind bei der Charles Apothéloz-Stiftung so genannt überobligatorisch versichert. Das heisst: Der gesamte Jahreslohn, nicht erst ab einem Betrag von CHF 19 890.-, wird erfasst. Deshalb können bei der CAST auch kleinere Löhne versichert werden, die im Rahmen des BVG noch gar nicht zu berücksichtigen sind. Aus administrativen Gründen ist im Risikobereich (Tod/Invalidität) jedoch ein Mindestlohn von CHF 10 000.- als Jahresverdienst einzusetzen.

Die Versicherung bei der CAST beinhaltet einerseits eine so genannte Risikoversicherung (Invalidität, Todesfall), andererseits wird für das Alter gespart. Die Versicherten können wählen zwischen zwei Plänen:

 

Singleplan (Plan SFS)

Bei diesem Plan sind die Leistungen bei Invalidität höher versichert. Im Falle einer Invalidität wird eine jährliche Rente von 50% des versicherten Verdienstes ausbezahlt. Dafür sind die Todesfallleistungen auf ein Minimum beschränkt. Dieser Plan eignet sich für Personen, die keine familiären Verpflichtungen haben und vor allem sich selber im Falle einer Invalidität gut absichern wollen.

 

Familienplan (Plan SFF)

Hier sind höhere Todesfallleistungen versichert. Neben Renten für hinterbliebene Ehe- oder Lebenspartner und für Kinder wird im Todesfall zusätzlich ein Todesfallkapital (abhängig von der Höhe des versicherten Lohnes und dem Alter des Versicherten) an die Hinterbliebenen ausbezahlt. Bei Invalidität beträgt die jährliche Rente dafür «nur» 30% des versicherten Lohns. Dieser Plan eignet sich für Versicherte, die im Falle ihres Todes Partner und Kinder besser absichern wollen.

 

Bei beiden Plänen ist zudem bei einer länger dauernden Arbeitsunfähigkeit nach drei Monaten eine Prämienbefreiung versichert: Die Versicherten müssen nach Ablauf der Wartefrist ihre Prämien nicht mehr selber bezahlen. Die Sparbeiträge werden von der Versicherung übernommen, das Alterskapital wächst bis zum ordentlichen Pensionierungsalter weiterhin.

Der gewählte Plan kann jederzeit gewechselt werden, wenn sich die Lebensumstände ändern.

  

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Leistungen

Neben den Risikoleistungen wird von den einbezahlten Beiträgen auch fürs Alter gespart: Das Alterskapital wächst jährlich durch die Beitragszahlungen und durch die Verzinsung des vorhandenen Kapitals. Bei der Pensionierung bildet dieses angesparte Kapital entweder die Basis für eine lebenslange Altersrente oder es kann als Kapital bezogen werden.

 

Altersrente

Die Rente berechnet sich nach dem vorhandenen Alterskapital, das mit einem so genannten «Umwandlungssatz» multipliziert wird. Dieser Umwandlungssatz wird im BVG-Obligatorium vom Bundesrat festgelegt, im überobligatorischen Bereich bestimmt der Stiftungsrat der CAST diesen Satz (vgl. dazu Obligatorium und koordinierter Lohn unter «Ergänzungen»).

 

Kapitalbezug

Leistungen nach der Pensionierung: Stirbt ein Rentner, so erhält seine hinterbliebene Partnerin eine lebenslängliche «Witwenrente» in Höhe von 60% der Altersrente. Bei einem vollständigen Kapitalbezug ist das Vorsorgeverhältnis jedoch abgeschlossen, d.h. bei einem späteren Todesfall gibt es keine Leistungen für Hinterbliebene mehr.

 

Risikoleistungen

Wichtig: Leistungen bei Invalidität werden frühestens nach einer Wartefrist von einem Jahr bezahlt. Es handelt sich hier also nicht um eine Taggeldversicherung! Für den Fall von Krankheit oder Unfall können solche Taggeldversicherungen selber abgeschlossen werden; Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind bei Unfall obligatorisch und bei Krankheit, eher selten, freiwillig bei ihrer Arbeitgeberin versichert.

 

Details zu den Leistungen können den Merkblättern und Reglementen auf www.cast-stiftung.ch entnommen werden; die Reglemente sind für die Bestimmung der Leistungen verbindlich.

 

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Finanzierung

Die gesamten Beiträge für den gewählten Versicherungsplan betragen 12% (Stand 2007). Davon übernehmen Arbeitnehmer und Arbeitgeberin je die Hälfte, also 6%. Wenn ein Versicherter jedoch einen Teil des versicherten Verdienstes selbstständig erzielt oder eine seiner Arbeitgeberinnen die Beiträge nicht bezahlt (z.B. weil die Information seitens des Arbeitnehmers unterblieben ist), dann zahlt der Versicherte die Beiträge selber.

Die 12% setzen sich zusammen aus Risiko- und Sparbeiträgen: Mit den Risikobeiträgen werden die Leistungen im Fall von Invalidität und Tod finanziert. Hier gilt wie bei allen Versicherungen: Kein Schaden, keine Leistung. Eine Rückerstattung von Prämien findet nicht statt. Die Risikobeiträge betragen für Frauen 4.2% und für Männer 4.8% (Stand 2007), darin eingeschlossen sind auch Prämien für Sicherheitsfonds, Teuerung und Verwaltungskosten.

Mit den darüber hinausgehenden Beiträgen (also der Differenz von 12% abzüglich Anteil Risiko) wird gespart, das sind die Altersgutschriften, die dem individuellen Alterskonto gutgeschrieben und verzinst werden.

 

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Modalitäten für Arbeitnehmer

Anmeldung

Eine Anmeldung ist jederzeit möglich. Anmeldeformulare können beim Sekretariat der Charles Apothéloz-Stiftung bezogen werden; sie sind auch auf unserer Website www.cast-stiftung.ch verfügbar. Bei der Anmeldung ist der gewünschte Plan und der versicherte Jahreslohn anzugeben. Beim Jahreslohn handelt es sich naturgemäss um eine Schätzung – der effektiv erzielte Lohn weicht in der Regel vom versicherten Lohn stets etwas ab, weil die Freischaffenden im Voraus nicht genau sagen können, wie viel sie verdienen werden. Bei grösseren Abweichungen kann der versicherte Lohn jedoch auch während des Jahres angepasst werden.

 

Mutationen

Änderungen (versicherter Jahreslohn, gewählter Plan) können jederzeit und per sofort vorgenommen werden. Rückwirkende Änderungen sind nicht möglich.

 

Beitragszahlungen

Die Versicherten erhalten zweimal jährlich eine Abrechnung, aus der sie ersehen, ob und wer bereits Beiträge einbezahlt hat (Arbeitgeberinnen, evtl. Akontobeiträge der Versicherten selbst), und was sie selber noch einbezahlen müssen, damit die gesamten 12% gedeckt sind.

Ende des Jahres wird eine Gesamtabrechnung gemacht: Von den bis zum Stichtag (31. Januar des Folgejahres) eingegangenen Beiträgen wird zunächst der Anteil für das Risiko abgeführt. Die darüber hinausgehenden Beiträge sind die Sparbeiträge. Wenn sich zeigt, dass die eingegangenen Beiträge nicht genügen, um den Risikobeitrag zu decken, erhält der Versicherte dafür eine Rechnung, d.h. die Risikobeiträge müssen auf jeden Fall gedeckt sein.

 

André F. hat CHF 20 000.– versichert. Sein gesamter jährlicher Beitrag von 12% beträgt CHF 2 400.-. Am 31. Januar des Folgejahres ergibt die Abrechnung, dass diverse Arbeitgeberinnen einbezahlt haben, er selber hat auch einen Akonto-Beitrag entrichtet. Insgesamt sind jetzt Beiträge von CHF 2 200.- eingegangen. Bei einem Lohn von CHF 20 000.– beträgt der Anteil Risiko für Männer 4.8%, also CHF 960.–. Von den CHF 2 200.– werden CHF 960.– für die Risikoversicherung abgezogen. Es verbleiben CHF 1 240.–. Diese CHF 1 240.– bilden die Sparbeiträge für das betreffende Jahr. André F. hätte insgesamt CHF 1 440.– sparen können, kann (muss aber nicht) die Differenz von CHF 200.– noch selber bezahlen.

Urs G. hat auch CHF 20 000.– versichert. Sein gesamter jährlicher Beitrag von 12% beträgt ebenfalls CHF 2 400.–. Am 31. Januar des Folgejahres zeigt die Abrechnung, dass die Beiträge diverser Arbeitgeberinnen und ein eigener Akonto-Beitrag nur CHF 580.– ergeben. Um die Risikoversicherung von CHF 960.– zu decken, muss Urs G. im Minimum CHF 380.– nachzahlen. Dadurch ist seine Risikoversicherung (Invalidität/Todesfall) gedeckt. Es fliesst aber nichts auf das Alterssparkonto.

 

Die Versicherten erhalten von der CAST Abrechnungsformulare und Einzahlungsscheine, die sie ihren jeweiligen Arbeitgeberinnen abgeben können. Wenn sie auf den periodischen Abrechnungsbelegen sehen, dass eine Arbeitgeberin nicht einbezahlt hat, können sie sich bei der Geschäftsstelle melden und angeben, bei welcher Arbeitgeberin sie welchen Lohn erzielt haben. Die Geschäftsstelle wird dann den entsprechenden Arbeitgeberinnen eine Rechnung schicken und die Beiträge einfordern.

 

Vorsorgeausweis

Die Versicherten erhalten mindestens einmal jährlich (bei Lohnänderungen oder sonstigen Mutationen zusätzlich) einen persönlichen Ausweis, aus dem die Höhe des Altersguthabens, die projizierte Höhe der späteren Altersleistungen und die Leistungen im Risikofall hervorgehen.

 

Steuern

Die vom Arbeitnehmer bezahlten ordentlichen Beiträge können von den Steuern abgezogen werden. Diejenigen Arbeitnehmerbeiträge, die direkt von der Arbeitgeberin eingezogen werden, sind schon auf dem Lohnausweis berücksichtigt. Für die direkten Zahlungen an die CAST erhalten die Versicherten eine separate Steuerbestätigung.

Probleme mit Steuerbehörden können bei der Geschäftsstelle gemeldet werden.

 

Austritt

Die Versicherung bei der CAST kann jederzeit und ohne Kündigungsfrist aufgelöst werden, der Austritt ist also jederzeit möglich. Das gesparte Alterskapital wird nach dem Austritt entweder an eine neue Pensionskasse oder, falls der ausgetretene Versicherte noch keine neue Arbeitgeberin hat, an ein Freizügigkeitskonto bei einer Bank oder Versicherung überwiesen.

Bei einem Austritt müssen mindestens die Risikobeiträge pro rata bis zum Austrittsdatum gedeckt sein oder noch bezahlt werden.

 

Sistierung

Wer eine Weile nicht erwerbstätig ist (z.B. eine Ausbildung macht) oder im Ausland arbeitet und dort versichert ist, kann die Versicherung bei der CAST auch sistieren. In diesem Fall müssen keine Beiträge bezahlt werden, es besteht aber auch kein Risikoschutz. Das Alterskapital bleibt bei der CAST und wird weiterhin verzinst. Eine Sistierung ist jedoch nur für eine begrenzte Zeit (in der Regel zwei Jahre) möglich.

 

Stiftung Auffangeinrichtung BVG

Falls während längerer Zeit kein Kontakt mehr zum Versicherten aufgenommen werden kann, ist die CAST verpflichtet, das Geld an die so genannte Stiftung Auffangeinrichtung BVG zu überweisen.

 

Diese Stiftung wurde im Auftrag des Gesetzgebers von den Spitzenverbänden von Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmern gegründet. Sie ist zuständig für die Führung von Altersguthaben, bei denen die Versicherten nicht mehr erreicht werden können (z.B. ins Ausland gegangen sind). Auch Arbeitgeberinnen, die sich trotz gesetzlicher Pflicht bei keiner Pensionskasse anschliessen, können zwangsweise bei der Auffangeinrichtung angeschlossen werden (für weitere Infos › www.aeis.ch).

 

Zentralstelle 2. Säule

Für so genannte «vergessene» oder «verwaiste» Guthaben (von Versicherten, die nicht mehr wissen, ob und wo sie aus einem früheren Arbeitsverhältnis ein Pensionskassenguthaben besitzen oder Versicherte, von denen keine Adresse mehr bekannt ist) hat der Bund eine Stelle eingerichtet: die Zentralstelle 2. Säule. Sie wird vom Sicherheitsfonds BVG geführt.

Wer zum Beispiel nach einem langen Auslandaufenthalt seine Pensionskassenguthaben zusammensuchen will, aber nicht mehr weiss, wie seine Pensionskasse geheissen hat oder auf welcher Bank das Freizügigkeitskonto eingerichtet wurde, oder wer eine versicherte Person ausfindig machen will, weil diese Person einen Anspruch auf ein solches Guthaben hätte, kann sich mit einer entsprechenden Suchanfrage an diese Zentralstelle wenden (für weitere Infos › www.sfbvg.ch).

 

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Modalitäten für Arbeitgeberinnen

Wer als Arbeitgeberin Personen beschäftigt, die bei der Charles Apothéloz-Stiftung versichert sind, muss, falls sie vom Arbeitnehmer bei der Vertragsvereinbarung über die Versicherung informiert worden ist, für diese Personen Beiträge abrechnen.

 

Diese Pflicht besteht auch bei Engagements, die kürzer sind als drei Monate und bei denen die Lohngrenze von CHF 19 890.- nicht erreicht wurde. Die Arbeitgeberin kann jedoch den Nachweis verlangen, dass der Versicherte insgesamt (also mit all seinen verschiedenen Einkünften) den BVG-Mindestlohn von CHF 19 890.- erreicht hat.

Die Höhe der Beiträge beläuft sich auf je 6% Arbeitgeberinnen- und Arbeitnehmerbeiträge vom AHV-pflichtigen Bruttolohn.

 

Es gibt zwei übliche Abrechnungsformen: Die Arbeitgeberin zieht dem Arbeitnehmer 6% Arbeitnehmerbeiträge vom Lohn ab und überweist der CAST insgesamt 12% Beiträge (also die 6% vom Arbeitnehmer und ihre eigenen 6% Arbeitgeberinnenbeitrag). Für diese Abrechnung kann sie ein dafür vorgesehenes Formular ausfüllen und die Überweisung der Beiträge direkt vornehmen.

Die CAST stellt jedoch auf Wunsch (oder wenn die Arbeitgeberin nicht von sich aus abrechnet) auch Rechnungen für die Beiträge. Je nachdem, ob dem Versicherten ein Abzug vom Lohn gemacht wurde oder nicht, stellt die CAST die gesamten Beiträge oder nur den Arbeitgeberinnenbeitrag in Rechnung. Im zweiten Fall muss der Versicherte seinen Teil selber bei der CAST einzahlen. Wird dem Arbeitnehmer ein Lohnabzug von 6% gemacht, so ist dieser im Lohnausweis ebenfalls zu bescheinigen (gleich wie AHV-Beiträge).

Bei Unsicherheit sind die Arbeitgeberinnen gebeten, sich vor einer Einzahlung bei der CAST zu erkundigen, ob ein Versicherter tatsächlich bei der CAST angemeldet ist.

 

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CAST-VORSORGE FÜR FESTANGESTELLTE

Arbeitgeberinnen, die im Theaterbereich tätig sind, können sich bei der Charles Apothéloz-Stiftung anschliessen und ihr Personal bei der CAST versichern.

Obligatorisch verpflichtet zu einem Anschluss bei einer Pensionskasse ist eine Arbeitgeberin nur, wenn sie Arbeitnehmer für eine Dauer von mindestens drei Monaten beschäftigt und wenn der aufs Jahr hochgerechnete Lohn dieser Mitarbeiter mindestens CHF 19 890.- (Stand 2007) beträgt.

 

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Pläne

BVG-Minimum-Plan

Dieser Plan deckt ab, wozu die Arbeitgeberin gesetzlich verpflichtet ist. Die Angestellten sind erst dann anzumelden bzw. zu versichern, wenn sie den gesetzlichen Mindestlohn erreichen, also über die BVG-Eintrittsschwelle von CHF 19 890.– (Stand 2007) kommen (Jahresdurchschnittslohn/CHF 1 657.50 im Monat). Versichert ist der koordinierte Lohn, die Leistungen richten sich im Wesentlichen nach dem BVG.

 

Überobligatorische Versicherung

Plan G1 Dieser Plan geht über das gesetzliche Minimum hinaus. Versichert wird der gesamte AHV-pflichtige Lohn, was sich vor allem bei der Höhe der Risikoleistungen auswirkt. Es sind alle bei der Arbeitgeberin angestellten Personen versichert, unabhängig von der Dauer der Beschäftigung und von der Höhe des Lohns.

 

Plan G2 Einige bei der CAST angeschlossene Arbeitgeberinnen haben eine noch bessere Versicherung für ihre Angestellten gewählt: Bei diesem Plan werden im Vergleich zum Plan G1 noch höhere Altersgutschriften bezahlt, damit noch mehr gespart wird fürs Alter. Arbeitgeberinnen, die sich für diese Maximalvariante interessieren, können sich bei der Geschäftsleitung beraten lassen.

 

Mischformen

Es gibt Fälle, bei denen eine Arbeitgeberin Festangestellte hat, aber hin und wieder auch Stückverträge macht mit Freischaffenden, die bereits selber bei der CAST versichert sind. In diesem Fall ist sie nicht verpflichtet, die Freischaffenden für die kurze Zeitspanne auch als Festangestellte anzumelden, sondern sie kann wie eine nicht angeschlossene Arbeitgeberin für den Freischaffenden abrechnen (mit dem Durchschnittssatz von 12%). Dies ist administrativ einfacher und der Freischaffende kann weiterhin seinen gesamten (auch mit anderen Engagements erzielten) Lohn versichern.

 

Ausserdem gibt es Arbeitgeberinnen, die eine feste Geschäftsleitung (ein «Kader») haben und daneben wechselndes Personal beschäftigen. Hier besteht die Möglichkeit, eine überobligatorische Versicherung für die Geschäftsleitung und lediglich eine BVG-Minimallösung für das übrige Personal abzuschliessen. Die Unterscheidung muss aber sachlich begründet sein, es darf also nicht frei gewählt werden, ob jemand nach dem einen oder dem anderen Plan versichert wird.

Zu den Details über das BVG-Obligatorium, die Berechnung des koordinierten Lohnes, Umwandlungssätze und Verzinsung im Obligatorium und im Überobligatorium siehe unter «Ergänzungen».

 

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Leistungen

Versichert sind die Risiken Invalidität (Invalidenrente) und Todesfall (Leistungen an Hinterbliebene), ausserdem Leistungen im Alter (Rente oder Kapitalbezug bei der Pensionierung).

 

Alter

Die Altersleistungen richten sich nach dem im Zeitpunkt der Pensionierung vorhandenen Alterskapital und dem dann geltenden Umwandlungssatz (Altersleistungen nach dem Beitragsprimat).

 

Invalidität

Je nach gewähltem Plan richtet sich die Höhe der Invalidenrente nach dem vom Gesetz festgelegten Minimum oder nach dem überobligatorischen Plan. Beim überobligatorischen Plan der CAST sind die Leistungen bei Invalidität erheblich höher (40% des versicherten Verdienstes).

Invalidenleistungen werden auch an minderjährige Kinder der invaliden Person ausgerichtet (oder solche, die noch in Ausbildung sind, bis maximal 25 Jahre).

 

Todesfall

Je nach gewähltem Plan richtet sich die Höhe der Ehegatten-, Lebenspartner- und Waisenrenten (siehe «Ergänzungen») nach dem vom Gesetz festgelegten Minimum oder nach dem überobligatorischen Plan. Beim überobligatorischen Plan der CAST sind die Todesfallleistungen erheblich höher; insbesondere wird zusätzlich zu den Rentenleistungen ein Todesfallkapital versichert.

 

Für detaillierte Informationen zu den versicherten Leistungen siehe Merkblätter und Reglemente auf www.cast-stiftung.ch.

 

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Finanzierung

Die Beiträge richten sich nach dem gewählten Plan. Die Beitragssätze hängen zudem ab von Alter und Geschlecht der versicherten Personen. Die Höhe der Beiträge (Stand 2007) sind aus der untenstehenden Tabelle ersichtlich (für Details zu den Beiträgen siehe die vollständige Beitragsordnung auf der Website).

 

Übersicht Beitragssätze

 

 

Finanziert werden diese Beiträge je hälftig durch Arbeitnehmer und Arbeitgeberin, wobei die Arbeitgeberin den Arbeitnehmern die entsprechenden Anteile vom Lohn abzieht. Die konkreten Beiträge ergeben sich aus dem Versicherungsverzeichnis, die Arbeitgeberinnen jährlich oder bei Mutationen erhalten.

 

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Modalitäten für Arbeitnehmer

Anmeldung

Arbeitnehmer, die von einer bei der CAST angeschlossenen Arbeitgeberin fest angestellt werden, hat die Arbeitgeberin direkt anzumelden.

 

Freizügigkeitsleistung

Die angemeldeten Arbeitnehmer erhalten von der CAST einen Einzahlungsschein, mit dem sie etwaige Freizügigkeitsleistungen von der vormaligen Pensionskasse (oder von einem Freizügigkeitskonto) auf ihr Konto bei der CAST übertragen lassen können.

 

Beiträge

Die Beitragszahlung erfolgt über die Arbeitgeberin, die den Angestellten den Arbeitnehmeranteil vom Lohn abzieht. Die Arbeitnehmer erhalten jährlich einen Vorsorgeausweis, der über den Stand des Altersguthabens und über die verschiedenen Leistungen Auskunft gibt.

 

Austritt

Wenn die Anstellung bei der Arbeitgeberin beendet wird, endet damit grundsätzlich auch die Versicherung bei der CAST, d.h. die Arbeitgeberin wird der CAST den Austritt des Arbeitnehmers melden. Es besteht eine Nachdeckung während 30 Tagen, falls dem Arbeitnehmer unmittelbar nach Vertragsende etwas passieren sollte.

Danach haben ausgeschiedene Arbeitnehmer die Möglichkeit, die Versicherung bei der CAST entweder auf eigene Rechnung weiterzuführen (wenn jemand als Freischaffender tätig ist). Oder es ist zu melden, auf welche neue Pensionskasse das Altersguthaben (die so genannte Freizügigkeitsleistung) überwiesen werden soll. Falls der ausgetretene Versicherte noch keine neue Arbeitgeberin hat, kann ein Freizügigkeitskonto bei einer Bank oder Versicherung eröffnet werden. Für eine beschränkte Zeit kann das Altersguthaben bei der CAST belassen werden, es wird weiter verzinst. Es besteht in einem solchen Fall jedoch keine aktive Risikoversicherung (keine Beitragspflicht, aber auch keine Leistungen bei Tod oder Invalidität).

 

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Modalitäten für Arbeitgeberinnen

Anmeldung

Wenn die Arbeitgeberin ihre Mitarbeiter nach Plan G versichert hat, muss sie diejenigen Angestellten anmelden, mit denen sie einen unbefristeten oder einen mindestens drei Monate dauernden Vertrag abgeschlossen hat, und die (auf das Jahr hochge-rechnet) einen Lohn von mindestens CHF 19 890.- erreichen. Bei Plan G1 (und G2) sind sämtliche Mitarbeiter anzumelden.

Anmeldeformulare können bei der Geschäftsstelle bezogen oder von der Website www.cast-stiftung.ch heruntergeladen werden.

 

Mutationen

Anmeldungen, Lohnänderungen, Austritte oder sonstige Veränderungen sind jeweils möglichst umgehend der Geschäftsstelle zu melden!

 

Austritte

Mitarbeiter sind auf das Vertragsende hin von der Versicherung abzumelden. Die Versicherten haben die Möglichkeit, sich anschliessend selber als Freischaffende bei der CAST weiter zu versichern, wenn sie dies wünschen. Arbeitgeberinnen können ihre Mitarbeiter für nähere Auskünfte an die Geschäftsstelle verweisen.

Dem austretenden Arbeitnehmer muss ferner ein Formular «Freizügigkeitsleistung» abgegeben werden. Der Arbeitnehmer muss der CAST mitteilen, wohin seine Freizügigkeitsleistung überwiesen werden soll (neue Pensionskasse, Freizügigkeitskonto bei einer Bank oder Versicherung) oder ob er eine Barauszahlung aus einem gesetzlich vorgesehenen Grund wünscht (v.a. Wegzug ins Ausland oder Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit).

 

Beitragszahlung

Die Beiträge werden quartalsweise in Rechnung gestellt, basierend auf dem zu diesem Zeitpunkt jeweils gültigen und der CAST bekannten Versichertenbestand. Mutationen, die verspätet eintreffen, nachdem die Quartalsrechnung bereits erstellt worden ist, können erst bei der nächsten Abrechnung berücksichtigt werden. (Zu viel bezahlte Beiträge werden dann zurückerstattet oder zu wenig bezahlte nachbelastet).

Die Arbeitgeberinnen sind dafür verantwortlich, den Arbeitnehmern deren Anteil vom Lohn abzuziehen. Die Höhe des Arbeitnehmerbeitrags ergibt sich aus der Beitragsordnung, bzw. konkret aus dem Versicherungsverzeichnis und aus den Vorsorgeausweisen der Versicherten.

 

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ERGÄNZUNGEN

Obligatorium und koordinierter Lohn

Sobald ein Lohn die Eintrittsschwelle von CHF 19 890.- übersteigt, untersteht er dem BVG-Obligatorium. Versichert ist jedoch nur der so genannte koordinierte Lohn, d.h. der AHV-pflichtige Jahreslohn minus der gesetzlich festgelegte Koordinationsabzug. Dieser Koordinationsabzug beträgt heute CHF 23 205.-. Wenn jemand also CHF 50 000.- verdient, so beträgt sein koordinierter, nach BVG versicherter Lohn CHF 26 795.-. Da die Eintrittsschwelle und der Koordinationsabzug nicht gleich hoch sind, gilt folgendes: Sobald jemand mehr als CHF 19 890.– verdient, beträgt der versicherte Lohn mindestens CHF 3 315.– (Differenz zwischen Eintritts-schwelle und Koordinationsabzug Stand 2007).

Diese beiden Kapitalteile (obligatorischer und überobligatorischer Teil) werden separat berechnet und im Versicherungsausweis ausgewiesen, denn sie werden nicht genau gleich behandelt:

 

Für den obligatorischen Teil gilt:

·          ein vom Bundesrat festgelegter Mindestzinssatz (im Jahr 2007 sind das 2.5%) und

·          ein vom Bundesrat festgelegter Mindestumwandlungssatz (der von derzeit noch 7.1% für Männer und 7.15% für Frauen über die nächsten Jahre auf 6.8% abgesenkt wird; in Diskussion steht bereits eine weitere Absenkung auf 6.4%).

 

Mit dem Umwandlungssatz ist der Prozentsatz zur Umrechnung des Alterskapitals in eine jährliche Rente gemeint.

 

Für den überobligatorischen Teil gilt:

Freie Festlegung des Zinssatzes und des Umwandlungssatzes durch den Stiftungsrat der jeweiligen Pensionskassen. Beide Werte sind bei der CAST derzeit (2007) tiefer als im obligatorischen Bereich:

·          Der Zinssatz für das überobligatorische Kapital beträgt 2.25%.

·          Der Umwandlungssatz für das überobligatorische Kapital beträgt für Frauen im Alter von 64 Jahren (ordentliche Pensionierung) 5.574%, für Männer im Alter von 65 Jahren 5.835%.

 

Paul N. hat bei seiner Pensionierung ein Alterskapital von CHF 150 000.- (davon CHF 100 000.- aus BVG-Obligatorium). Daraus ergibt sich für ihn im Jahr 2007 folgende Altersrente:

Obligatorium: Bei einem Kapital von CHF 100 000.- und einem Umwandlungssatz von 7.1% beträgt die Rente CHF 7 100.- pro Jahr.

Überobligatorium: Bei einem Kapital von CHF 50 000.- und einem Umwandlungssatz von 5.835% beträgt die Rente CHF 2 917.50 pro Jahr.

Paul N. erhält somit eine jährliche Pension von CHF 10 017.50 pro Jahr, was einer monatlichen Rente von CHF 834.80 entspricht.

 

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Einkauf

Wer nicht von Anfang an bei einer Pensionskasse versichert ist oder wer später mehr verdient als in den ersten Jahren, weist in der Regel Vorsorgelücken auf, d.h. er hätte mehr gespart, wenn er früher oder zu einem höheren Lohn versichert gewesen wäre. Es besteht die Möglichkeit, solche Lücken zu füllen und das Altersguthaben mit Einkaufszahlungen zu erhöhen. Die CAST berechnet auf Wunsch, wie viel zusätzlich einbezahlbar ist (zu berücksichtigen sind allerdings auch Altersguthaben in der 3. Säule, Guthaben bei anderen Pensionskassen etc.). Die so errechnete Summe kann maximal (auf einmal oder in Raten) einbezahlt werden. Einkaufsbeiträge sind ebenfalls bei den Steuern abzugsfähig, allerdings bestimmt das massgebliche Steuerrecht, wie viel im konkreten Fall pro Jahr maximal angerechnet werden kann. Es ist Sache der Versicherten, vor einer Einzahlung bei der zuständigen Steuerbehörde zu klären, wie viel als steuerabzugsfähige Einkaufsleistung akzeptiert würde.

 

Marion H. war beim Eintritt in die CAST über 40 Jahre alt. Das bisher angesparte Kapital beträgt nach zehn Jahren erst CHF 15 000.-, denn sie hat als freiberufliche Dramaturgin mit Mutterpflichten eher wenig verdient. Nun aber kann sie eine Erbschaft antreten. Die CAST berechnet ihr, mit wie viel Geld sie sich maximal in die Pensionskasse einkaufen könnte. Nach Rücksprache mit der Steuerverwaltung zahlt Marion H. während 5 Jahren jedes Jahr CHF 10 000.– ein, die sie auch von der Steuer absetzen kann. Mit diesem Einkauf erhöht sie ihr Altersguthaben wesentlich und spart noch Steuern.

 

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Berufliche Vorsorge bei Arbeitslosigkeit

Wer Arbeitslosenentschädigung bezieht, ist während der Dauer dieser Taggeldzahlungen über die Arbeitslosenkasse auch für die Risiken Tod und Invalidität versichert, allerdings nur im Rahmen des gesetzlichen Minimums; Sparbeiträge werden keine abgezogen. Wer bei der CAST versichert ist, kann sich bei der Arbeitslosenkasse von dieser minimalen Versicherung befreien lassen, wenn nachgewiesen wird, dass er bei der CAST mindestens gleichwertige Leistungen garantiert hat. Die CAST stellt in solchen Fällen gerne eine Bestätigung zuhanden der Arbeitslosenversicherung aus.

Wichtig: Die Arbeitslosenversicherung zahlt keine Beiträge an die CAST!

 

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Eingetragene Partnerschaft und Konkubinat

Eingetragene Partnerschaften werden gleich behandelt wie Ehepartner: Im Todesfall hat der überlebende Partner die gleichen Ansprüche auf Leistungen wie ein Ehegatte.

Unter bestimmten Voraussetzungen haben auch Konkubinatspartner Ansprüche auf Versicherungsleistungen:

·       Wenn der überlebende Partner für den Unterhalt eines oder mehrerer gemeinsamer unterstützungspflichtiger Kinder aufkommen muss oder

·       wenn die versicherte Person während der letzten drei Jahre bis zu ihrem Tod mindestens die Hälfte der Kosten des gemeinsamen Haushaltes getragen hat und der überlebende Partner für den Unterhalt eines oder mehrerer nicht gemeinsamer unterstützungspflichtiger Kinder aufkommen muss oder

·       wenn die versicherte Person während der letzten acht Jahre bis zu ihrem Tod mindestens die Hälfte der Kosten des gemeinsamen Haushaltes getragen hat und der überlebende Lebenspartner das 45. Altersjahr zurückgelegt hat.

 

Das Bestehen einer Lebenspartnerschaft muss der CAST gemeldet werden. Die entsprechenden Formulare können bei der Geschäftsstelle bezogen oder von der Website www.cast-stiftung.ch heruntergeladen werden.

 

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Vorzeitiger Bezug des Altersguthabens

Frühpensionierung

Eine Pensionierung ist frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen AHV-Rentenalter möglich (Bezug der Rente oder Bezug des Kapitals).

 

Vorzeitiger Bezug

Als Grundsatz gilt, dass das Alterskapital erst bei der Pensionierung ausbezahlt werden darf. Das Altersguthaben muss also immer im Kreislauf der 2. Säule bleiben, es ist «gebundene Vorsorge». Dazu gibt es allerdings folgende gesetzliche Ausnahmen:

·          Wenn (z.B. nach einem kurzen Arbeitsverhältnis) nur eine sehr geringfügige Freizügigkeitsleistung vorhanden ist, kann das Kapital als Barauszahlung an den Versicherten überwiesen werden. Geringfügig ist die Freizügigkeitsleistung, wenn sie weniger hoch ist als ein Jahresbeitrag.

·          Bei definitivem Wegzug ins Ausland kann das Geld ebenfalls direkt an den Versicherten ausbezahlt werden. Wichtig: Dies gilt ab 1. Juni 2007 infolge der Bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU nicht mehr uneingeschränkt für die EU-Länder. Hier kann der obligatorische Teil des Alterskapitals nur noch dann ausbezahlt werden, wenn die Person im Ausland nicht weiter versicherungspflichtig ist. Sonst muss das Geld in der Schweiz bei einer Pensionskasse resp. auf einem Freizügigkeitskonto bleiben. Ob im EU-Land eine Versicherungspflicht (gemeint ist die staatliche Vorsorge) besteht, beurteilt sich nach dem Recht des jeweiligen Staates. Die Schweiz und die EU-Länder werden dazu spezielle Abklärungsstellen einrichten; in der Schweiz ist der Sicherheitsfonds BVG zuständig (› www.sfbvg.ch). Der überobligatorische Teil des Alterskapitals unterliegt jedoch keinen solchen Einschränkungen und kann weiterhin ausbezahlt werden.

·          Bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit. Der Bezug wegen Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ist jedoch nur einmal zulässig: Wer später wieder Arbeitnehmer wird und dann erneut die Selbstständigkeit wagt, kann sein Kapital nicht mehr beziehen. Zu beachten ist auch, dass, wer seine Altersvorsorge zum Aufbau der Selbstständigkeit verwendet, mit der Vorsorge wieder bei Null anfängt.

 

Schliesslich kann das Kapital in der Pensionskasse auch für Wohneigentum verwendet werden (Vorbezug oder Verpfändung; vgl. dazu den folgenden Abschnitt); dies gilt auch für Wohneigentum im Ausland.

 

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Wohneigentum

Von Gesetzes wegen kann das Altersguthaben der 2. Säule für Wohneigentum vorbezogen oder verpfändet werden. Wohneigentum muss vom Versicherten jedoch selbst bewohnt werden (Ferienwohnungen oder eine Liegenschaft, die man vermietet, gelten also nicht). Das Geld kann für den Kauf, für die Amortisation von Hypotheken oder für den Bau/Umbau verwendet werden; es wird entweder der Bank oder dem Verkäufer überwiesen, nicht dem Versicherten selber. Die Pensionskasse erhebt bei einem Vorbezug oder einer Verpfändung einen Beitrag von CHF 400.– an die Bearbeitungskosten.

 

Bezug

Das Geld wird aus der Pensionskasse herausgenommen. Das bedeutet, dass im Risikofall weniger Leistungen und im Alter eine tiefere Rente bezahlt wird.

 

Verpfändung

Vorteil: Das Geld bleibt in der Kasse, die Leistungen werden grundsätzlich nicht geschmälert. Aber: Leistungen werden erst dann ausgerichtet, wenn die Verpfändung aufgehoben wird, d.h. wenn bei der Bank als Pfandgläubigerin keine entsprechende Schuld mehr besteht.

 

Details, Voraussetzungen und Modalitäten sind dem entsprechenden Merkblatt (erhältlich bei der Geschäftsstelle oder auf unserer Website www.cast-stiftung.ch) zu entnehmen. Für eine persönliche Beratung steht das Sekretariat gerne zur Verfügung.

 

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KONTAKT & IMPRESSUM

Kontaktadresse der Geschäftsstelle

 

Charles Apothéloz-Stiftung CAST

Kasernenstrasse 15

Postfach 1775

CH-8021 Zürich

 

Tel. 043 322 13 05

Fax 043 322 13 09

 

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Impressum

 

Herausgeberin    Charles Apothéloz-Stiftung, Zürich

                                Dr. Ernst Brem (Präsident)

                                Yolanda Schweri (Verwaltung)

 

Gestaltung            Gabriele Rérat, Zürich

Druck                      Staffeldruck, Zürich

                                Auflage 2000 Ex.

Redaktion              Yolanda Schweri, Marianne Weber

                                Hans Läubli, Patric Ricklin

Copyright               Charles Apothéloz-Stiftung, Zürich, 2007

 

 

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